HEIMAT EUROPA Filmfestspiele

Heimat Europa Filmfestspiele küren den besten modernen Heimatfilm Die Programmauswahl trägt dem Kultursommer-Motto „Die Goldenen Zwanziger“ Rechnung Simmern.

In sechs Wochen gibt die Programmkommission den Fahrplan für die achten Heimat Europa Filmfestspiele in Simmern bekannt, die vom 7. bis 22. August auf dem Fruchtmarkt und im Pro-Winzkino stattfinden.

Die Festspiele stehen erneut unter der Schirmherrschaft von Regisseur Edgar Reitz. Welche Filme am Wettbewerb um den von ihm ins Leben gerufenen Filmpreis wetteifern und an der Ausscheidung um die begehrte Trophäe „Edgar“ für den besten modernen Heimatfilm teilnehmen, geben die Veranstalter, das Pro-Winzkino und die Stadt Simmern am Mittwoch, 1. Juli, bekannt. Die Programmkommission mit Kurator Janis Kuhnert, Sandra Burmann und Peter Huth hat in den zurückliegenden Wochen und Monaten unzählige Filme angesehen und am Ende eine Auswahl getroffen. insgesamt hat das Trio gut 40 Filme ausgewählt. Welche Produktionen es am Ende in den Wettbewerb geschafft haben, wird noch nicht verraten. Was man zum Programm aber schon sagen kann, ist dass "Die Goldenen Zwanziger", das diesjährige Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz, eine wichtige Rolle spielen wird. In diesem Jahr gilt dies vor allem für die Classics-Reihe, in der unter anderem fünf Stummfilme aus den 1920er-Jahren gezeigt werden, allesamt begleitet von Livemusik. Die Filme im „Edgar“-Wettbewerb kommen dagegen aus den aktuellen Zwanziger-Jahren. Sie sind allesamt vorher noch nicht veröffentlicht worden und liefen allenfalls auf anderen Filmfestivals. Einige von ihnen zeigt das Pro-Winzkino sogar IN SIMMERN. IM HUNSRÜCK. IN DER HEIMAT DER HEIMAT. HEIMAT EUROPA FILM FESTSPIELE exklusiv bei den Heimat Europa Filmfestspielen.

Darunter sind auch einzelne Produktionen, die bislang noch keinen Verleih gefunden haben. „Für viele Filme lassen wir selbst erst noch die Untertitel ins Deutsche übersetzen“, erläutert Kurator Janis Kuhnert. „Thematisch geht es selbstverständlich um Heimat“, so Kuhnert. Gleich zwei Wettbewerbsfilme tragen den Begriff sogar im Titel. „Nachdem in den vergangenen Jahren besonders viele Filme mal von Heimatverlust, mal von der Entscheidung für eine Heimat erzählten – 2024 dominierte die Fluchtproblematik, 2025 die sogenannte Coming-of-Age Thematik mit Erwachsenwerden und Selbstfindung – sind in diesem Jahr sehr viele Hauptfiguren auf der Suche nach Heimat“, umreißt Kuhnert die Inhalte der Festival-Filme in Simmern. Sie beschreiben, wie den Protagonisten ihr Weg schwer gemacht wird, sei es durch Migrationsbehörden, übergriffige Nachbarn oder durch die eigenen Eltern. 2026 bildet der bekannte Schauspieler Rainer Bock, der seit 1989 in mehr als 110 Film- und TV-Produktionen vor der Kamera stand und unter anderem schon mit Steven Spielberg und Quentin Tarantino drehte, die Ein-Mann-Jury bei den Heimat Europa Filmfestspielen. Er wird auch am Abschlussabend den „Edgar“ für den besten modernen Heimatfilm überreichen. Außerdem tritt Rainer Bock in Simmern im Rahmen einer Lesung auf, die den Titel "Trost und Kraft in diesen Zeiten“ trägt. Dahinter verbergen sich Texte des Kabarettisten, Schriftstellers, Liedermachers und Schauspielers Hans Dieter Hüsch, denen Rainer Bock seine Stimme leihen wird. Hüschs zeitlose Texte sind von sprachlicher Brillanz, gepaart mit feinsinnigem, entlarvendem Humor, gekennzeichnet und geprägt von zeitloser, mitunter erschreckender Aktualität. Hans Dieter Hüsch wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Die Lesung mit Rainer Bock findet einen Tag vor der Preisverleihung statt, am Freitag, 21. August. Ihre eigene Sicht auf die Wettbewerbsfilme hat zum zweiten Mal eine Jugendjury, die am Abschlussabend ihren besten Film im „Edgar“-Wettbewerb küren wird. Neben den Wettbewerbsfilmen und der Classics-Reihe präsentieren die Heimat Europa Filmfestspiele außerdem sechs Familienfilme und zehn Dokumentarfilme. Die Filme kommen aus mindestens 20 verschiedenen Ländern und umfassen eine Zeitspanne von mehr als hundert Jahren. Werke von Schirmherr Edgar Reitz zeigt das Festival als Hommage an den Mitbegründer der Filmfestspiele. In diesem Jahr ist ein Film des 93-jährigen Regisseurs darunter, der 1973 erschienen ist: „Die Reise nach Wien“. Simmern war seinerzeit Hauptdrehort. Elke Sommer und Hannelore Elsner spielen die Hauptrollen – und der kürzlich verstorbene Mario Adorf, den die Simmerner Festspielmacher damit ebenfalls die Ehre erweisen. Eine Besonderheit der Filmfestspiele in Simmern bilden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Konzerte im Zusammenhang mit den Filmvorführungen. Bei der Auswahl der Musikbeiträge orientierten die Veranstalter sich ebenfalls weitgehend am Motto des Kultursommers. So gibt es beispielsweise ein Wiedersehen mit dem Koblenzer Gitarrenvirtuosen Lulo Reinhardt, der diesmal zusammen mit Mike Reinhardt und zwei weiteren Musikern Kostproben des Gipsy-Jazz auf der Fruchtmarktbühne präsentieren wird, eine Musikrichtung, die in den 1920er-Jahren ihren Siegeszug antrat. Das gilt auch für den Blues, der in dieser Zeit ebenfalls aus dem Mississippi Delta durch die ersten Tondokumente populär wurde. Aus den Anfängen dieser Musikrichtig bieten die Downhome Percolators aus Frankfurt nicht nur mitreißende Songs, sondern vermitteln dem Publikum außerdem viele Informationen zu dem Genre, ohne das es heute weder Rock’n’Roll, noch Heavy Metal gäbe. Die Stummfilme sind musikalisch ebenfalls hochkarätig besetzt. Christine Marx, Kantorin der Stephanskirche, ist wieder mit von der Partie. „Besonders ist, dass wir insgesamt fünf Live Konzerte zu Stummfilmen anbieten. Alle mit verschiedenen Musikern, die sowohl aus der Region kommen als auch international tätig sind“, berichtet Janis Kuhnert. Die Sektion wird eröffnet durch eine Podiumsdiskussion zur Ästhetik des deutschen Films in der Weimarer Republik (mit Kritiker Rüdiger Suchsland und Kunsthistorikerin Alexandra Vinzenz). Hierbei wird die bewährte Zusammenarbeit mit dem Hunsrück-Museum fortgeführt. Freuen kann das Publikum auch wieder auf das feinsinnige Trio Maier Motzki Schärf sowie auf die mitreißende Bigband Unlimited und auf Die Goldenen Heimat Grammofoniker. Letztere bestehen aus Ralph „Mosch“ Himmler (Trompete) und Wolf Dobberthin (Klavier), die zur Eröffnung eigens ein 20er Jahre-Programm aus der Taufe heben werden. Zu Ende gehen die Heimat Europa Filmfestspiele am Samstag, 22. August, mit der Preisverleihung, begleitet von der A-cappella-Gruppe German Gents, die im Stil der Comedian Harmonists auch musikalisch für ein rauschendes Finale sorgen werden. Moderieren wird das Finale wie auch den Eröffnungsabend SWR-Sprecher Holger Wienpahl. Erstmalig finden in Kooperation mit Schulen im Sommer vier Workshops statt, deren Ergebnisse während der Filmfestspiele präsentiert werden. Voraussichtlich ein kurzer Spielfilm, ein dokumentarischer Film, eine Podiumsdiskussion und eine Ausstellung von Bildern werden das Programm bereichern und die jüngere Generation in die Heimat Europa Filmfestspiele einbinden. Der an das Pro-Winzkino angegliederte Raum9 hat sich als Treffpunkt und Veranstaltungssaal bei den Heimat Europa Filmfestspielen etabliert, und in diesem Jahr wird außerdem das Ava Arthouse mit von der Partie sein und sich erstmals als Anlaufstelle für das Festspielpublikum präsentieren. Lesungen, informative Filmgespräche mit Schauspielern und Regisseuren der Festivalfilme gehören wieder zum Programm der Festspiele, wie das beliebte Matinee-Frühstück oder Brunch und nicht zuletzt die leckere Festspielsuppe.

Wann?
Datum 07. - 22.08.2026
Uhrzeit
Wo?
Fruchtmarkt
Marktstraße 39
55469 Simmern
Koordinaten 49,984734 | 7,523188
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