Der Disibodenberg, auf dem Hildegard von Bingen fast die Hälfte ihres Lebens verbracht hat, liegt tatsächlich in der Mitte des Weges. Etliche Infotafeln entlang des Weges widmen sich der Heilkunde Hildegards. Dies ist vor allem auch dem Naturheilkundler Emanuel Felke (1856 - 1926) geschuldet.
Die landschaftlich reizvolle Etappe von Monzingen über Bad Sobernheim bis Staudernheim ist gesäumt von Weinbergen und bietet schöne Ausblicke ins Nahetal. Monzingen ist über 1200 Jahre alt und einer der ältesten Weinorte an der mittleren Nahe. Der alte Ortskern mit seinen schönen Fachwerkhäusern, engen Gassen und Winkeln hat seinen Charme bis heute bewahrt. An der Ev. Kirche wurde ein kleiner Kräutergarten liebevoll eingerichtet, in dem einige "Hildegard-Kräuter" gedeihen.
Der Naturheilkundler Emanuel Felke hat Bad Sobernheim bekannt gemacht und ihm den Status als anerkanntes Heilbad gebracht. Einen direkten Bezug zum Kloster Disibodenberg hat die spätgotische Kapelle St. Marien. Sie gehörte einst zum Bad Sobernheimer Wirtschaftshof des Klosters Disibodenberg und ist nun zum Brauhaus umgebaut worden.
Der Priorhof in Bad Sobernheim beherbergt heute ein Heimatmuseum. Auch hier ist ein Kräutergarten mit wichtigen Hildegard-Kräutern angelegt.
Das Dorf Staudernheim wurde 1107 erstmals erwähnt und die Geschichte des Dorfes war bis zur Aufhebung des Klosters eng mit der des Klosters verbunden.
Hildegard von Bingen Pilgerwanderweg
Hildegard von Bingen, Äbtissin, Dichterin, Theologin, Natur- und Heilkundlerin lebte zeit ihres Lebens in der heutigen Nahe.Urlaubsregion.
Der 137 Kilometer lange Hildegard von Bingen Pilgerwanderweg führt an verschiedenen Lebensstationen dieser wohl berühmtesten Persönlichkeit des Mittelalters vorbei. Der Weg startet in Idar-Oberstein und führt über Niederhosenbach, dem Familiensitz und möglichen Geburtsort Hildegard von Bingen weiter nach Bad Sobernheim. Unweit von hier befindet sich die Klosterruine Disibodenberg, in dem Hildegard fast 40 bedeutende Jahre ihres Lebens verbrachte. Der Pilgerwanderweg endet schließlich in Bingen am Rhein. Der Rupertsberger Gewölbekeller liegt an der Stelle der letzten Wirkungsstätte Hildegards von Bingen: 1150 gründete die Heilige das Kloster Rupertsberger, das 29 Jahre Ort ihres Schaffens war. Letzte Stationen dieses ökumenischen Pilgerwanderweges sind der Hildegardschrein in der Wallfahrtskirche St. Hildegard Rüdesheim-Ebingen und die Abtei St. Hildegard Ebingen.
59 Informations- und Meditationtafeln auf der gesamten Wegstrecke informieren über die Person Hildegards, ihr Werk sowie über das Leben im Mittelalter. Der spirituellen Seite Hildegard von Bingen nähern sich die Wanderer durch Meditationstafeln , die Hildegard von Bingen visionären Bildern aus ihrem Hauptwerk der „Scivias - Wisse die Wege“ folgen und Impulse für eine Meditation geben. Die Tafeln sind sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache verfasst.
Der Pilgerpass kann bei der Naheland-Touristik GmbH, den Tourist-Informationen, diversen Wegestationen und abschließend in der Abtei St. Hildegard in Eibingen abgestempelt werden.
Kurzvita der Hl. Hildegard von Bingen
1098: Geburt Hildegard von Bingen, vermutlich in Niederhosenbach bei Herrstein
1112: Eintritt in das Kloster Disibodenberg bei Bad Sobernheim, gemeinsam mit Jutta von Sponheim
1136: Hildegard von Bingen wird, nach dem Tod Jutta von Sponheim, die zweite Magistra im Kloster Disibodenberg
um 1150: Gründung eines Frauenklosters in Bingen am Rhein
17. September 1179: Hildegard von Bingen stirbt in Bingen am Rhein
10. Mai 2012: Heiligsprechung Hildegard von Bingen von Papst Benedikt XVI
7. Oktober 2012: Erhebung zur Kirchenlehrerin