Moselsteig Seitensprung Felsen.Fässer.Fachwerk
Geschichte, romantische Gassen und Geologie.
Zusätzliche Informationen
Wo das Moseltal schnurgerade von Süden nach Norden verläuft und du einen herrlichen Rundblick auf die ehemalige Klosteranlage Marienburg im Süden und den steil aufragenden Calmont im Norden hast, liegt der Weinort Sankt Aldegund im Ferienland Zeller Land. Vom historischen Ortskern aus führt dich der Premiumweg Felsen.Fässer.Fachwerk zu einem Felsen oberhalb der Staustufe und Schleuse von St. Aldegund. Hier kannst du am Rastplatz Kehr-Heiligenhäuschen einen weiten Blick in die Mosellandschaft und auf die Hunsrückhöhen genießen. Bei einer kleinen Verschnaufpause lassen sich von hier auch der Schleusenvorgang der Moselschifffahrt und der Eisenbahnverkehr beobachten. Der Weg führt weiter an der Höhle Goldkaul vorbei, wo man im 19. Jahrhundert Kupfererz abzubauen versuchte. Einen eindrucksvollen Ausblick auf den steilsten Weinberg Europas bietet Ihnen der Calmontblick, den du vom Hauptweg aus über einen Zuweg von ca. 300 m in Richtung Bremm erreichst. Zurück auf dem Hauptweg, an der Josefshöhe vorbei, wanderst du oberhalb der Spitzenweinlage Sankt Aldegunder Palmberg-Terrassen in extremer Steillage durch eines der größten wild wachsenden Buchsbaum-Felder der Mosel. Für den durch den steilen Hang verlaufenden Palmberg-Pfad brauchst du festes Schuhwerk. Im Tal, am Ende des Palmberg-Pfades, kannst du auf direktem Weg zum Aussichtspunkt Raulwing-Platz wandern oder in die 4 km lange Zusatzschleife abbiegen – sie führt durch Natur, Wald und Feld ebenfalls zum Raulwing-Platz. Von hier eröffnet sich dir ein spektakulärer Blick auf die Landschaft, den Weinort Sankt Aldegund mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern und auf die benachbarten Moselgemeinden Bremm, Bullay, Alf und Neef. Vom Raulwing-Platz aus führt der Weg wieder hinab ins Moseltal und bietet dir ein weiteres Highlight der Tour, die romanische Alte Kirche von 1144.
Kleine Kapelle als letzte Ruhestätte eines großen Kunstsammlers: Das Grab von Peter Ludwig in der Bergkapelle von St. Aldegund
Der Premiumweg Felsen.Fässer.Fachwerk. führt den Wanderer zu einem uralten keltischen Kultplatz oberhalb von Sankt Aldegund. Dort wurde 1144 zu Ehren der merowingischen Heiligen Aldegundis ein kleines christliches Gotteshaus errichtet. Heute die Alte Kirche genannt, liegt die Kapelle inmitten eines Gartens, der früher einmal ein Friedhof war. Einige alte Grabkreuze erinnern noch an diese Zeit. 1872 hatte man eine neue Pfarrkirche am Moselufer errichtet, und der Zustand der kleinen Bergkapelle war damals so schlecht, dass die Bistumsbehörde die Gemeinde zum Abriss des Langhauses aufforderte. Zum Glück fehlte ihr dazu das Geld, man verkaufte einen Teil des Inventars und reparierte notdürftig das Dach. Nach 1948 nahm sich der örtliche Marienverein des alten Kirchleins an, reparierte das Dach, setzte neue Fenster ein und begann mit der Suche nach dem verkauften Inventar. Die schmiedeeiserne Kanzel von 1663 konnte man über den Kölner Kunsthandel erwerben. Den Sandstein-Grabaltar des Meisters Hans-Ruprecht Hoffmann von 1602 für den kurfürstlichen Vogt Nicolaus Rultz entdeckte man bei dem Aachener Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig. Beide wollten das Kunstwerk zunächst nicht verkaufen, besuchten dann aber die Bergkapelle und beschlossen, nicht nur den Grabaltar zu stiften, sondern auch die Restaurierungsarbeiten finanziell zu fördern. Als Gegenleistung wünschten sie sich eine Grabstätte in Verbindung mit dem Gotteshaus. So kam es, dass Peter Ludwig am 30. Juli 1996 und Irene Ludwig am 04. Dezember 2010 in Sankt Aldegund ihre letzte Ruhestätte fanden.
Peter Ludwig hatte gemeinsam mit seiner Frau Irene tausende wertvoller Kunstobjekte zusammengetragen. Seit 1957 sammelte das von Hause aus begüterte Ehepaar erklärtermaßen für die Öffentlichkeit, so sind Schenkungen und Dauerleihgaben in über zwanzig Museen zu sehen. Die „Ludwig-Museen“ und Institutionen, die den Namen Ludwig tragen, gehen auf Initiativen des Ehepaares zurück oder sind durch gestiftete Kunstwerke entscheidend von diesen geprägt worden, beispielsweise in Köln, Oberhausen, Aachen, Koblenz, Saarlouis, Bamberg, Basel, Budapest, Wien, St. Petersburg und Peking.
Völlig im Gegensatz zu diesen großartigen Denkmälern, die sich Peter und Irene Ludwig zu Lebzeiten gesetzt haben, kommt die Grabstätte in der kleinen Grabkapelle ohne jeden Stifterpathos aus. Der Senheimer Bildhauer Christof Anders erhielt den Auftrag, ein schlichtes, einfaches Grab zu schaffen, hinter dem auch die Künstlerpersönlichkeit des Erschaffers weitgehend zurücktritt. Die Grabstätte ist von außen einzusehen, wer aber das Kirchlein von innen besichtigen will, muss sich den Schlüssel beschaffen (bei Familie von Essen, Auf der Teusch 4).
Weitere Informationen & GPX-Download
Im Tourenplaner findest du alle weiteren Informationen, z.B. zu Wegeverlegungen, Sperrungen oder Umleitungen sowie die GPX Datei zum Download.