Los geht es am Schaarplatz im Herzen von Oberwesel. Der Beschilderung folgend gelangt man, vorbei an einem mittelalterlichen Brunnen und einem kleinen Weinberg, über einen schmalen Pfad in den Schützengraben. Dieser führt entlang der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren Verteidigungstürmen nach Norden zur Martinskirche, einer um 1350 erbauten ehemaligen Stiftskirche.
Nachdem die Straße überquert wurde, führt ein schmaler Pfad bergauf entlang alter Gartengrundstücke zum „Michelfeld“. Wenig später wird der Aussichtspunkt „Auf dem Kackstuhl“ erreicht. Hier bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Rhein.
Nun geht es langsam ansteigend hinauf zur Hardthöhe und anschließend über Wiesen und Felder mit traumhaften Ausblicken weiter zum ca. 2700 qm großen ehemaligen Jüdischen Friedhof. Das älteste der Grabmäler datiert vermutlich auf das Jahr 1718, die letzte Beisetzung fand am 25. Januar 1942 statt.
Nach einem weiteren Kilometer - zunächst noch bergauf und dann leicht bergab – kommt man zur „Rheingoldschänke“, deren wunderschöne Terrasse zu einer Rast einlädt.
Frisch gestärkt folgen wir dem Weg durch Weiden, Wiesen und ein kurzes Waldstück zur „Guckshöll“, die uns einen fantastischen Blick durch das Niederbachtal bis zum Rhein mit der Martinskirche sowie dem Katzen- und Ochsenturm eröffnet.
Von dort steigt der Weg an einer Tannenschonung vorbei nochmals kurz an, bis der höchste Punkt der Tour erreicht ist und man den Fernblick in alle Richtungen genießen kann. Wer einen kleinen Abstecher nach Damscheid machen möchte, um z. B. einen Blick in die im 12. Jh. erbaute Kirche Johannes d. T. mit ihrem romanischen Turm zu werfen, hat es von hier aus nicht mehr weit.
Ansonsten geht es nun nach Süden zum Wanderparkplatz „Hardt“ und von dort weiter über einen schönen Wiesenweg umsäumt von blühenden, duftenden Büschen. Nach ca. 2 km, kurz hinter dem Aussichtspunkt „Hunsrück“, biegt man links in einen kleinen Pfad ab, der nach wenigen Metern durch Niederwald auf den Weg zurück nach Oberwesel führt. Man kommt alsbald zu einem Steinbruch, an dem sich sehr schön die ca. 300 bis 400 Millionen Jahre alten Schieferschichten erkennen lassen. Weiter geht’s gen Osten entlang von zunächst brachliegenden und dann bewirtschafteten Weinbergen.
Unmittelbar bevor der Weg wieder asphaltiert wird, steigt man links auf die Weinbergsmauer. Die nächsten 80 m geht es am Fuße der Weinberge entlang und man kann sich dort über den Oberweseler Wein und die Weinbergslage Goldemund informieren. Rechterhand sieht man das kleine Winzerdörfchen Engehöll mit der 1925 im Neobarockstil auf einem Felsrücken errichteten „Schmerzhaften-Muttergottes Kirche“. Leicht ansteigend geht es weiter durch die Weinberge, vorbei an einem alten Schieferunterstand der Winzer. Voraus thront die Schönburg, die umso mächtiger erscheint, je näher man kommt.
Nach ca. 1 km führt ein Pfad mit großen Stufen links hinauf in ein herrliches Eichenwäldchen. Der „Landsknechtsblick“ mit seiner Aussicht auf Oberwesel und den Rhein lädt zu einer kurzen Verschnaufpause ein, ehe man über einen waldigen Pfad dann endlich den „Schwede-Bure“ erreicht! Dieser wildromantische Ort bezauberte schon immer die Liebespaare, die ihre Liebesschwüre dort im Schieferfelsen verewigten. Wer möchte, kann auch heute ein Herzchen in die extra dafür aufgestellte Schiefertafel ritzen. Weiter geht der Pfad zur 1845 erbauten Kalvarienberg-Kapelle, die früher Ziel von Prozessionen war. Es lohnt sich, einen Blick hinein zu werfen, oder links an der Tür mit dem Seil die Glocke zu läuten, die in ganz Oberwesel zu hören ist. In umgekehrter Reihenfolge geht es nun den Kreuzweg hinab und bald erreicht man wieder die ersten Häuser von Oberwesel am Schützengaben – dem Ausgangspunkt. Wer vor der Wanderung noch nicht die Stadt der Türme und des Weins erkundet hat, sollte dies nun machen.